Allgemeine Wartungshinweise (Getriebeölwechsel)


Allgemein wird oft behauptet, Getriebe (Automatikgetriebe, Verteilergetriebe, Differenzialgetriebe) hätten vom Öl her eine sog. "Lebenszeitfüllung". Der Ausdruck ist nicht ganz falsch, denn wen das jeweilige Aggregat hinüber ist, dann ist die "Lebenszeit" vorbei und das Öl war bis zu dem Zeitpunkt ununterbrochen dem Stress der Bewegten Teile ausgesetzt.

Sinnvoller ist es, sich an die Vorgaben der Getriebehersteller zu halten und zeitgerecht einen Ölwechsel auch bei diesen Aggregaten vornehmen zu lassen.

Bezüglich der 6-Gang-Automatik (X3 E83) und der 8-Gang-Automatik (F25) von ZF, wird ein Wechsel des Getriebeöls alle 80.000 km empfohlen. Gleiches gilt für das Verteilergetriebe des Allradantriebs der X-Reihe. Aber auch bei älteren Getrieben, wie z. B. der 5-Gang-Automatik der älteren Z4 (aber natürlich auch anderer BMW mit dieser Getriebeart), sollte ein solcher Ölwechsel durchgeführt werden.

Auch die Ölfüllung der Differenzialgetriebe (2 beim X mit xDrive, natürlich nur hinten bei nicht allradgetriebenen BMW) sollte in regelmäßigen Abständen gewechselt werden. Zwar macht sich hier der Verschleiß nicht so direkt bemerkbar, wie dies bei z. B. Automaten der Fall ist, aber dennoch bestehen auch diese Getriebe aus bewegten Teilen, die das Öl verschleißen lassen. Dazu altert das Öl auch so im Laufe der Jahre. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um ein geschlossenes System handelt oder nicht.

Bei älteren und leistungsschwächeren Fahrzeugen mochte es sein, dass gerade bei den Differenzialgetrieben das Öl bei der Masse der Fahrzeuge bis weit über 200.000 km so weit ausreichte, dass es zu keinem Schaden kam. Jedoch sorgen höhere Leistungen heutzutage auch für eine stärkere Beanspruchung der Aggregate.

So war z. B. bei unserem Golf 4 mit 101 PS das Öl der 4-Gang-Automatik bis über 190.000 km im Getriebe und es ging beim Einlegen von R aus P und beim Wechsel von D in R und zurück ein deutlicher Ruck durch den Antrieb. Gleiches konnte ich bei anderen Automatikgetrieben z. B. bei VW Passat aus den 90er Jahren feststellen. Am Ende war dies bei unserem Golf 4 aus 1998 eine Folge des alten, verbrauchten Getriebeöls. Nach einem Getriebeölwechsel war wieder alles in Ordnung.

Warum sollten auch das Öl diverser Getriebearten keinem Verschleiß unterliegen und beim Motor gibt es eindeutige Vorgaben, die wir alle peinlichst einhalten, um dem Motor nicht zu schaden? Ja, beim Motor können geringe Anteile der Verbrennung und auch Feuchtigkeitsanteile aufgrund diverser Faktoren (u. a. handelt es sich nicht um ein hermetisch geschlossenes System) eindringen und das Öl verunreinigen. Daher ist hier ja auch ein deutlich häufigeres Wechselintervall des Öls vorgesehen. Und es handelt sich hier ja auch um eine andere Art des Öls.

So liegen wir bei Motoren heutzutage bei Wechselintervallen von 15.000 bis 30.000 km, je nach Motor oder auch Verschleißerkennung durch die intelligente Fahrzeugelektronik. Die überwacht die Getriebe jedoch nicht. Und oft gibt es eben die Vorgaben der Fahrzeughersteller, dass es sich beim Getriebeöl um eine Lebenszeitfüllung handelt. Für den Neuwagenbesitzer, der sein Fahrzeug nach 3 bis 5 Jahren abgibt, gilt dies auch, selbst wenn er über 100.000 km fährt. Der zweite Besitzer kann noch damit zurechtkommen, wenn er den Wagen nicht über die 200.000 km fährt. Danach braucht man viel Glück und eine sorgsame und vorsichtige Behandlung, die am Ende auch keine Garantie für eine lange Haltbarkeit der Aggregate mit sich bringt. Aber in diesen Regionen sind die Fahrzeuge ohnehin schon aus dem Sichtfenster der Hersteller verschwunden.

Dabei ist der regelmäßige Wechsel der Ölfüllungen gar nicht so kostspielig. Bei kleineren Fahrzeugen (z. B. dem benannten Golf 4) deutlich unter 400,- € bis hin zu ca. 600,- € bei einem 8-Gang-Automaten von ZF bei z. B. dem X3 (Baureihe F25).

Auch der Wechsel der Ölfüllungen des Verteilergetriebes und der Differenzialgetriebe ist nicht wirklich ein finanziell hoher Aufwand. So liegen hier die Kosten für ein solche Aggregat bei deutlich unter 100,- €.

Voraussetzung für einen ordentlichen und fachgerechten Ölwechsel in diesem Bereich, ist die richtige Ausrüstung und die spezielle Kenntnis der durchführenden Werkstatt. Hier empfehlen sich die vielerorts vorhandenen Fachbetriebe für Getriebetechnik.

Für meinen örtlichen Bereich im Raum Aachen kann ich hierzu die Firma Autotechnik Peter Böhmer in Eschweiler, Dürener Str. 483a, empfehlen.


Stellen wir am Schluss mal eine ganz einfache Rechnung auf:

Ein normaler Motorölwechsel bei einem durchschnittlichen Fahrzeug, dass alle 30.000 km einen Ölwechsel erhält, kostet bei einer freien Werkstatt ca. 200,- €, vielleicht etwas mehr. Das ganze mal 3 bedeutet bei 90.000 km ca. 600,- €.

Wechselt man bei dieser Laufleistung dann auch 1x das Getriebeöl bei z. B. einem 8-Gang-Automaten von ZF, dann liegt dieser auf die gleiche Laufleistung nicht höher. Den Preis sollte einem der Erhalt des Fahrzeugs Wert sein.




Für diesen Tipp wird keinerlei Haftung übernommen.
Selbständige Arbeiten am Fahrzeug geschehen auf eigene Gefahr.  



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